Zwischen Meer und Anden

Peru

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Meer, Küste, Wüste, Weinhänge, Anden und Regenwald. Peru war für uns wie eine Schatzkiste. Hinter jeder Ecke gab es Landschaften von unvorstellbarer Schönheit. Bizarre Felsformationen, tiefe Canyons, rätselhafte Linien in der Wüste, farbenprächtige Natur. Wie in einem Süßwarenladen ist in Peru für jeden etwas dabei. Selbst dreieinhalb Wochen waren für dieses riesige Land viel zu kurz.

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Die Highlights von Südperu

Wir starteten unsere Tour in der quirligen Hauptstadt Lima. Einen Tag hatten wir Zeit die koloniale Altstadt und den modernen Stadtteil Miraflores zu erkunden. Hier befand sich auch unser kleines B&B. Wir haben gleich am ersten Abend das Nationalgericht Ceviche, roher Fisch eingelegt in Limettensaft und das Nationalgetränk, den Cocktail Pisco Sour (Tresterbrand) probiert. Ein sehr leckerer Einstieg!

Ein voller Tag in Lima hat uns dann auch gereicht. Die Stadt keuchte unter dem Verkehrschaos, dunkle Smog-Wolken machten das Atmen schwer und in der Nacht war man immer auf ein Taxi angewiesen. Manche Orte waren nachts wie leergefegt. Unheimlich und nicht lebenswert fanden wir und schwelgten kurz in unserer Griechenland-Idylle.

Paracas südlich von Lima war dagegen eine Wucht! Der Nationalpark mit seinen gelben Klippen war atemberaubend und die vorgelagerten Inseln, die Islas Ballestas mit ihren zahlreichen guano-produzierenden Meeresvögeln ein Naturschauspiel.

Weinreben in der Wüste

Die wohl spartanischste Übernachtung erwartete uns in der Wüstenoase Huacachina, umrandet von gigantischen Sanddünen. In einfachen abgewohnten Militärzelten haben wir zwei kühle Nächte „überlebt“. Von Weitem dröhnte die Wüstendiskothek und die Sandbuggys rasten bereits um 6 Uhr morgens mit kreischenden Touris die Dünen hoch.

Der Nachbarort Ica war leider das klassische Beispiel einer heruntergekommenen südamerikanischen Kleinstadt. Überall lag Müll herum, Häuserruinen, der Taxifahrer bat uns am helllichten Tage von Innen doch die Türen zu schließen. Der Fall schien klar. Wir waren froh, als wir aus dieser Ecke wieder weg waren.

Ein besonderes Schmankerl war dagegen nur ein paar Kilometer weiter das malerische Weingut Tacama. Inmitten von Wellblechhütten lag dieses prunkvolle Weingut mit rosafarbenen Gemäuer. Der Kontrast zur Armut in der unmittelbaren Umgebung war erschreckend. Als wir an der Security vorbei in die mit Blumen gesäumte Einfahrt spazierten, erwarteten uns englischer Rasen und hübsch gedeckte Kaffeetafeln. Die Weinführung war kurzweilig und interessant und der perfekte Zeitvertreib, da wir auf den Nachmittags-Bus nach Nazca warteten.

In Nazca gibt’s nicht nur Linien

Wenn man den Namen Nazca hört, denkt man natürlich sofort an die geheimnisvollen Nazca-Linien. Das gleichnamige Städtchen hat uns ebenfalls gut gefallen und man konnte sogar in der Dunkelheit als Tourist herumlaufen. Wir hatten eine wunderschöne Unterkunft mit herrlichem Garten und es gab in der Umgebung zahlreiche Ausflugsmöglichkeiten.

Klar die Nazca Linien haben wir uns angeschaut, jedoch nur von einem Aussichtsturm aus. Auf einen abenteuerlichen Flug mit den kleinen Cessnas haben wir verzichtet. Was wir nicht wussten – die Dresdnerin Maria Reiche hat die rätselhaften Linien ihr Leben lang erforscht und die Peruaner sind sehr stolz auf ihre „Gringa de Alemania“ (die weiße Deutsche).

Die Pyramiden von Cuahachi waren ein besonderes Highlight, da unser Taxifahrer nach unserem Besuch der Stätte plötzlich anhielt. Aufgeregt stieg er aus dem Auto aus, rannte einen Hügel hoch und winkte uns zu. Also trabten wir ebenfalls in der braunen Nazca-Wüste zu ihm hoch und bemerkten dass der Boden nachgab. Als wir dann an uns herunterschauten lagen direkt unter unseren Füßen Mumien im Wüstenboden. Noch komplett mit Kleidung. Ein paar Leichen, vermutlich mehrere tausend Jahre alt, vom Winde freigelegt und nur noch etwas mit Wüstensand bedeckt. Verrückt die Peruaner, was in Deutschland schon lange ausgegraben und ins Museum geschleppt worden wäre, liegt da irgendwo unbeachtet in der Gegend rum.

Mit den Mietwagen in den Colca Canyon

Mit dem Nachtbus ging es dann weiter in die hübsche Stadt Arequipa. Wir hatten Glück und ergatterten ganz spontan einen Mietwagen für die Erkundung des nahegelegenen Colca Canyons. Mit einem Mitsubishi Pick-up kämpften wir uns durch den chaotischen Straßenverkehr und wurden bei Ankunft im Canyon mit einer wunderschönen Kulisse begrüßt.

Wir hatten eine tolle Lodge direkt am Berghang des Canyons und vom Zimmer einen Blick ganz tief runter ins Tal. Das Essen war sehr köstlich und alles war aus Eigenanbau. Tom hat zum ersten Mal (hauseigenes) Meerschwein probiert und Ella wurde von einem männlichen Lama angesprungen. 😉 Es wäre fast zu schön gewesen um wahr zu sein, die Realität holte uns dann doch unter der kalten Dusche wieder ein. Eiskalte Nächte, eiskalte Dusche, für uns verwöhnte Europäer ein Graus!

Der Mietwagen machte uns sehr flexibel und wir haben einige Inkaruinen und Thermalquellen im Colca Canyon erkundet. Nur die berühmten Steinformationen von Chocolaqua haben wir nicht gefunden. Am letzten Tag im Canyon fuhren wir mehrere Stunden über Schotterpisten durch die Pampa, haben Landschaften entdeckt, die wohl die Mehrzahl der Peruaner selbst noch nicht gesehen hat. Wir mussten dann jedoch aufgrund der knappen Zeit (Sonnenuntergang 18 Uhr) die Erkundungstour abbrechen und wieder Richtung Arequipa fahren.

Auf dem höchsten Pass (4.950 m) konnten wir noch ein Bild vom Sonnenuntergang über dem Tal der Vulkane erhaschen und fielen nach einer ungewollten aber sicheren Nachfahrt müde ins Bett. Wir hatten nach Rückgabe unseres treuen Gefährts noch Zeit Arequipa zu erkunden. Ein sehr schmuckes koloniales Städtchen mit hübschen Läden, Cafés, sowie einem sehr schönen Kloster und im Hintergrund die beeindruckende Kulisse mit dem schneebedeckten Vulkan Misti.

Gastbeitrag QUER DURCH PERU: Unsere Highlights im Colca Canyon

Schlaflos im Nachtbus

Das uns an diesem Abend die Nachtfahrt des Grauens erwarten würde, damit hatten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht gerechnet. Da halfen uns die VIP Sitze im Bus auch nicht weiter. Um 20 Uhr ging es los, der Bus quälte sich 10 Stunden über eine alte bröckelige Asphaltstraße und an Schlaf war aufgrund des anhaltenden Schleudertraumas nicht zu denken. Um 6 Uhr morgens kamen wir zerknittert in der Andenstadt Cusco an und machten drei Kreuze, dass dies unsere letzte Nachtfahrt mit einem Bus war…

Ausflug zu den bunten Bergen

Die Inkastadt Cusco hat schnell unser Herz erobert, die kolonialen Gässchen mit zahlreichen Cafés und Restaurants luden zum Verweilen ein. Oberhalb der Stadt thront die beeindruckende Inkafestung Sacsayhuaman (gesprochen „Sexy Woman“). In Cusco hatten wir übrigens auch den besten Kaffee auf unserer Peru Reise.

Am nächsten Tag buchten wir eine Tour zu den Rainbow Mountains. Mittlerweile sind die bunten Berge ein absoluter Touristenmagnet. Und schier beeindruckend, was Pachamama (Mutter Natur) mit ein paar verschieden-farbigen Mineralien so alles schaffen kann.

Es ging früh los, bereits um 03:45 Uhr klingelte unser Guide bei unserem Hotel und nach einem Frühstück in einem kleinen Dörfchen begann der kurze aber mühsame Aufstieg. Von 4.010 m ging es stetig hinauf bis auf den höchsten Punkt auf 5.020 m. Unsere Lungen liefen auf Hochtouren und wir übten uns in Gehmeditation (schleichendes Voranschweben). Durch diese ausgefeilte Technik (oder vielleicht auch unser Vortraining?) waren wir die ersten unserer Gruppe, die den Gipfel erreichten. Die Kulisse des Rainbow Mountain ist einmalig und selbst Fotos können das Erlebte nicht wiedergeben. Die Massen von Touristen muss man jedoch abkönnen und wir waren froh, als wir einen anderen Rückweg über das Valle Roja (rote Tal) nehmen konnten. Auch hier erwartete uns ein Naturschauspiel. Die von Eisen und Magnesium geprägten roten Berge strahlten im Sonnenlicht und bildeten einen wundervollen Kontrast zum grünen Gras der Talebene. Schönheit die ihresgleichen sucht.

Nach über drei Stunden Abstieg und mittlerweile von starken Kopfschmerzen durch die Höhe geplagt kamen alle völlig geschafft wieder am Ausgangspunkte an. Ein sehr anstrengendes aber absolut lohnendes Erlebnis.

Außerdem haben wir auf dieser Tour Laura kennengelernt, eine sehr sympathische Schwäbin, die über perfekte Spanischkenntnisse verfügte. Mit ihr buchten wir gleich am nächsten Tag noch eine private Taxitour, um weitere Inkaruinen und Kultstätte zu besuchen. Am Abend gingen wir dann gemeinsamen mit Laura und der Schweizerin Evelyn in unser Lieblingsrestaurant Organika in Cusco. Bei leckerem Essen und regen Austausch über unser aller Reisepläne sowie politischen und sozialen Diskussionen, war dieser Abend einer der schönsten unserer ganzen Reise.

Auf den Spuren der Inkas

Kein Tourist kommt nach Cusco um nicht weiter nach Machu Picchu und ins Heilige Tal zu pilgern. Das Dorf Ollantaytambo im Heiligen Tal ist idyllisch und mit seinen Gässchen und kleinen Kanälen ein wenig mittelalterlich. Die Ecke war so friedlich, dass wir hier viel Geld sparen konnten und mit den Collectivos (Minibussen) der Einheimischen mitgefahren sind. Die Salinas de Maras (Salzterrassen der Inka) und die Ruinen von Moray (agrarwissenschaftliches Experimentierlabor der Inkas) sind definitiv Highlights im Heiligen Tal und lassen einen manchmal gar nicht glauben, was die Inkas alles zu Schaffen imstande waren.

Unser Ausflug zu DEN Inkaruinen Machu Picchu war dann von Glück und Pech geprägt. Bei unserer Zugfahrt dahin bekamen wir spontan ein Upgrade für die First-Class und genossen ein 3-Gang-Menü und mehrere Gläschen Wein in heller Vorfreude auf den nächsten Tag.

Machu Picchu muss man gesehen haben, aber vielleicht hat man mehr Glück mit dem Wetter als wir. Oben angekommen war es anfangs neblig, danach setzte Dauerregen ein. Auch die Ponchos vom Hotel halfen nicht viel weiter und so waren wir nach einem steilen und recht abenteuerlichen Aufstieg auf den dahinterliegenden Berg Huayna Picchu bereits gegen 14:00 Uhr bis auf den Schlüpfer durchnässt und die Nebelwand hielt sich hartnäckig über den Ruinen. Nach geduldigem Warten wurden wir dann doch mit einem kurzen Ausblick auf Machu Picchu belohnt, machten schnell noch ein Foto zum Andenken und waren froh, dass dies nicht unser Jahresurlaub und Hauptziel war, denn dann wären wir wohl noch enttäuschter gewesen. Vielleicht aber ein Grund mehr nochmal nach Peru zu kommen.

Der Titicacasee ist einen Besuch Wert!

Unsere Peru Reise neigte sich dem Ende zu und unsere letzte Station, der Titicacasee belohnte uns dagegen mit Sonne und strahlend blauen Himmel. Die ersten zwei Nächte verbrachten wir auf den schwimmenden Schilfinseln bei den Uros – Vor- oder Nachfahren der Inkas, so richtig weiß das in Peru wohl keiner mehr.

Eduardo und seine zukünftige Frau Gloria waren sehr herzliche Gastgeber und schmunzelten über uns als wir mit zwei weiteren sympathischen deutschen Pärchen ihre kleine Insel „Isla de Alemanas“ tauften Die Frau des Hauses hat uns alle am Abend lecker bekocht und wir tauschten uns mit den anderen zwei Pärchen über Reiseziele und sonderbare Themen wie Evolutionstheorie und Inkageschichte aus.

Am nächsten Tag mussten wir fleißig mit Anpacken und neues Schilf für die Veranda aufschichten. Da hat man mal gemerkt, was das für eine Arbeit ist so eine Schilfinsel am Schwimmen zu halten. Zur Belohnung gab es nach getaner Arbeit ein kühles Cerveza (Bierchen) und am Abend eine Sonnenuntergangs-Tour auf dem hauseigenen Schilfboot. Für uns ein unvergessliches Erlebnis, auch wenn die Nächte eiskalt waren und man mit ganz einfachen hygienischen Bedingungen klarkommen musste (Kompostklo mit Sandeimerchen).

Wo Männer stricken lernen

Unser letzter Ausflug zur Insel Taquile auf dem Titicacasee machte unsere Peru Reise perfekt. Auf dem Weg stellte uns unser Guide die Dame Mercedes vor, ein uraltes rüstiges Mütterchen, welches mittlerweile 94 Jahre alt ist und immer noch jeden Tag auf einer Höhe von 3.800 Metern den Weg bergauf zu ihrem Häuschen auf sich nimmt. So hält man sich fit! Das Leben ist von Arbeit geprägt (Leitspruch: Keine Arbeit, kein Essen!), man baut sein eigenes Gemüse an und die Gemeinschaft hilft sich untereinander. Eine kuriose Besonderheit der Insel; hier lernen die Männer schon im Kindesalter das Stricken und verkaufen Mützen und Schals aus feiner Alpaka-Wolle an Touristen, die die Insel besuchen.

Kriminalität gibt es auf Taquile mit seinen 2.000 Einwohner nicht – ein Stück Frieden auf Erden. Die Ähnlichkeiten mit der von uns besuchten griechischen Insel Ikaria sind verblüffend.

Wir sind auf Taquile barfuß über den warmen Sandstrand dieser idyllischen fast schon mediterranen Insel geschlendert. Das Wasser war kristallklar und wieder schwelgten wir in Erinnerungen an Griechenland. Wurden dann jedoch bei einer Wassertemperatur von gefühlten 13 Grad schnell wieder in die Realität zurückgeholt.

Am nächsten Tag holte uns der Bus bei Zeiten vom Hotel ab und es ging weiter entlang des Titicacasee Richtung Bolivien…

Unsere Reiseroute

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Unsere Reisekosten – Peru (25 Tage)

Gesamt

1.828,20 € p.P.

Flüge

264,96 € p.P.

Unterkunft

22,16 € p.P./Tag

Verpflegung

13,47 € p.P./Tag

Transport

9,83 € p.P./Tag

Aktivitäten

10,91 € p.P./Tag

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