Vulkane und Auenland

Nordinsel

Weltreise-Neuseeland-Wai-O-Tapu-Thermal-Wonderland-Champagne-Pool

Nach drei Wochen auf der Südinsel hatten wir noch zehn Tage für die Nordinsel übrig. Viele schwärmten vom Süden und meinten die Nordinsel sei nicht so spektakulär. Hätten wir gewusst, dass uns der Norden besser gefällt, hätten wir definitiv mehr Zeit dafür eingeplant. Vielleicht lag es daran, dass hier einfach weniger los war.

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Entlang des Forgotten Highway

Von Auckland aus fuhren wir entlang der Westküste und ähnlich wie auf der Südinsel, war auch diese Ecke ein Kleinod, an dem wir kaum Menschen begegneten. Wir machten Halt bei den Three Sisters, großen Felsbrocken im Meer und erhaschten einen Blick auf den majestätischen Mount Taranaki.

Entlang des Forgotten Highway fuhren wir ins Landesinnere Richtung Tongariro Nationalpark. Wer Neuseeland in seiner ursprünglichen Form erleben möchte, sollte etwas Zeit mitbringen und diese bisweilen unbefestigte Straße von Ahititi nach Taumarunui fahren. Kein Tourist verirrt sich hier entlang und am Ende der Strecke fährt man einen Hügel hinauf und blickt auf die Ebene des Lake Taupo und den Tongariro Nationalpark mit dem mächtigen Mount Ruhapehu. Ein einmaliges Panorama!

Auf dem Weg nach Mordor (Tongariro Crossing)

Wir bezogen eine wunderschöne Unterkunft bei Tongariro Adventures und nahmen gleich am nächsten Tag das Tongariro Crossing in Angriff.

Das Wetter war perfekt für eine Überquerung und so starteten wir um 08:30 Uhr die 20 km vom Mangatepopo Car Park aus. Unser Auto haben wir zu Beginn um 07:50 Uhr bei Ketetahi abgestellt und bekamen sogar noch einen Parkplatz direkt am Ende des Crossings.

Mit hunderten anderen Menschen bewunderten wir diese einzigartige Vulkanlandschaft, wanderten am Mount Ngauruhoe, dem Schicksalsberg aus Herr der Ringe vorbei und konnten an der Spitze des Red Crater den ersten Blick auf die grün-schimmernden Emerald Lakes erhaschen. Allein für dieses Naturschauspiel hat sich der Weg mehr als gelohnt! Vorbei am wunderschönen Blue Lake begann der Abstieg, der sich sehr lang zog, aber angenehm zu laufen war.

Nach knapp viereinhalb Stunden hatten wir den Track beendet und konnten in den heißen Quellen von Tokaanu unsere müden Beine entspannen. Wir hatten Respekt vor der Wanderung, mussten aber feststellen, dass der Roys Peak für uns anspruchsvoller war und ein sehr gutes Training vorab darstellte, so dass das Crossing für uns mehr als machbar war.

Man sollte für das Tongariro Alpine Crossing gut ausgestattet sein. Wanderschuhe und wetterbeständige Kleidung, ein Mindestmaß an Kondition und ausreichend Proviant sollte man dabei haben. Bei schlechten Wetter raten wir vom Crossing dringend ab! Die Sicht wird durch plötzlich aufziehenden Nebel stark beeinträchtigt und die Farbe der Seen kommt durch das fehlende Sonnenlicht bzw. die Bewölkung nicht zur Geltung. Am Red Crater kann es durch Windböen sogar lebensgefährlich werden. Wenn man die Zeit hat, lohnt es sich also auf einen sonnigen Tag zu warten.

Thermalquellen und Hobbithöhlen

In den nächsten Tagen fuhren wir zurück Richtung Norden und schauten uns das Vulkangebiet von Wai-O-Tapu an. Die Krater, Fumarolen und Tümpel boten ein faszinierendes Farbspektrum. Der Champagne Pool ist mit seinem orangenen Rand ein einzigartiges Fotomotiv und der Schwefelgeruch trat zu Gunsten dieser atemberaubenden Kulisse in den Hintergrund.

In Matamata legten wir einen Stopp am Hobbiton Filmset ein. Die Tickets hatten wir schon im Voraus gebucht und waren damit gut beraten, da an diesem Tag bereits alles ausgebucht war. Die Tour war kurzweilig und interessant. Das Auenland war für uns einfach nur einmalig und authentisch. Wir kamen uns nicht wie an einem Filmset vor, sondern hatten das Gefühl, dass hier wirklich Leute leben. Die kleinen Hobbithöhlen und die bepflanzten Gärten, alles ist mit viel Liebe zum Detail gestaltet und man kann hunderte von Fotos machen. Im Green Dragon Inn, der Dorfkneipe der Hobbits tranken wir einen kühlen Cider und schwelgten in der Auenland Idylle.

Karibische Coromandel Halbinsel

Vorletzter Stopp war die Coromandel Halbinsel mit ihren türkisblauen Buchten und weißen Sandstränden. Wir hatten eine tolle Unterkunft mit Blick aufs Meer in Tairua. Direkt dahinter lag der Paku Summit, ein kleiner Hügel, den wir zum Sonnenuntergang erklommen haben. Mutterseelenallein saßen wir da oben und haben uns einmal mehr gefühlt wie am anderen Ende der Welt.

Den nächsten Tag nutzten wir um die Cathedral Cove, eine sehenswerte Bucht mit Felstunnel und den Hot Water Beach zu besichtigen. Am Hot Water Beach, einem Strand aus dem heiße Quellen an die Oberfläche gelangen, buddelten hunderte von Urlaubern mit Mietschaufeln ihr eigenes Loch um sich im Sand in warme Becken zu setzen.

Irgendwie hatten wir ein Déjà-vu mit der Kirche auf der Südinsel und nach ein paar Fotos machten wir uns aus dem Staub. Es war mal wieder typisch für die Hauptsaison einfach zu voll.

Traumstrände, Kauri-Bäume und Kiwis

Unsere Zeit in Neuseeland neigte sich dem Ende zu. Wir fuhren nördlich von Auckland Richtung Bay of Islands. In Whangarei erlebten wir einen traumhaften Sonnenuntergang auf dem Mount Manaia, auch hier oben waren wir ganz alleine. Wir entdeckten den wunderschönen weißen Strand der Matapouri Bay und machten von dort aus einen Abstecher zu den Mermaid Pools.

Auf dem Rückweg nach Auckland bestaunten wir uralte Kauri Bäume, die ebenso majestätisch wie die Eukalyptus Bäume in Australien waren.

Da wir kein Glück hatten Kiwis in freier Wildbahn zu sehen, machten wir an unserem vorletzten Tag einen Abstecher in den Auckland Zoo und bewunderten die sensible Tierwelt Neuseelands mit ihren Kiwis, Tuataras, Keas und Kakas.

Ein Paradies für Vogelliebhaber

Ein wunderbarer Abschluss unserer Neuseeland Reise war ein Ausflug zur Gannet Kolonie beim Muriwai Beach. Australische Tölpel brüten hier zu Hunderten auf vorgelagerten Felsen. Das Meer aus Vögeln ist ein Naturschauspiel und spannend anzusehen. Die Brutpaare kümmern sich rührend um ihre Küken und liebkosen sich sobald ihr Partner vom Fischen heimkehrt. Zurück bleibt neben der Erinnerung ein etwas beißender Geruch in der Nase vom Guano-Dünger. 😉

Den letzten Abend ließen wir bei einem neuseeländischen Weinchen ganz entspannt daheim ausklingen. Am Morgen haben wir unseren Mietwagen abgegeben und am Nachmittag die weiße Wolke am Ende der Welt Richtung Doha/Frankfurt verlassen.

Ein faires Fazit

Neuseeland haben wir mit gemischten Gefühlen zurück gelassen. Das Land besitzt eine landschaftliche Schönheit und Eleganz die ihresgleichen sucht. Jedoch schien die unberührte Natur unter der Last der Touristenmassen zu zerbrechen. An manchen Orten haben wir uns wie auf einer Pilgerreise gefühlt.

Der Übergang von Frühling zu Sommer ist in Neuseeland eine tolle Zeit, alles blüht, die Berghänge sind übersät mit gelben Blumen, die Lupinen strahlen in den schönsten Farben und alles ist saftig grün. Uns war bewusst, dass es mit Beginn der Hauptsaison voller wird und doch waren wir ernüchtert von den Massen die uns begegnet sind.

Vielleicht waren wir verwöhnt von der Ruhe in Tasmanien, da hatten wir fast jede Ecke für uns allein. Dennoch bleibt bei uns das Gefühl zurück, dass Neuseeland auf den ansteigenden Tourismus reagieren muss, um seine Unberührtheit auch für die nachfolgenden Generationen zu erhalten.

Anfangs freut man sich noch darüber, dass man nicht wie in Südamerika an jeder Ecke Eintritt zahlen muss. Doch bald macht es einen auch nachdenklich. Die vielen Toiletten in den Nationalparks müssen geleert und der ganze Müll muss beseitigt werden. Die Straßen, die unter der Last der Buskolonnen leiden, müssen regelmäßig Instand gehalten werden.

All das verursacht hohe Kosten. Kosten, an denen sich jeder Tourist ein Stück beteiligen könnte. Gebühren für Nationalparks sind längst überfällig, Besucherbeschränkungen für Milford Sound auch. Nur so lässt sich unserer Meinung nach die Schönheit Neuseelands für uns alle auch auf Dauer erhalten.

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