Auf einem anderen Planeten

Bolivien

Weltreise-Südamerika-Bolivien-Uyuni-Eduardo Avaroa-Nationalpark-Lagune-Colorado-Rot

Bolivien, wer von diesem Land zum ersten Mal hört, hat meist zu Beginn noch gar keine konkrete Vorstellung davon, was es dort genau zu sehen gibt. Auch wir hatten vor unserer Reise nur eine vage Ahnung, was uns im ärmsten Land Südamerikas genau erwarten würde.

Klicke hier um direkt zu unserer Reiseroute zu gelangen

Von vielen anderen Reisenden hatten wir im Vorfeld nicht viel Gutes vernommen. Das Essen sei sehr schlecht, Magern-Darm-Infekte sind vorprogrammiert und wir sollten uns in Acht nehmen vor der Kriminalität. Ein positiver Punkt hat sich vorab jedoch schnell herumgesprochen. Die Salar de Uyuni, die größte Salzwüste der Welt, muss DAS Highlight von vielen Weltreisenden in Südamerika sein. Recherchiert und gebucht!

Abenteuerliche Einreise

Ohne große Erwartungen sind wir am 1. Oktober von Peru nach Bolivien mit dem Bus eingereist.

Unser erster Stopp war das kleine Städtchen Copacabana am Titicacasee. Ein relativ unspektakuläres touristisches Nest mit einer wunderschönen Kirche und vielen Ausflugsmöglichkeiten in der näheren Umgebung.

Wir haben uns für eine Erkundung der Isla del Sol entschieden, die Insel auf der das Inkareich angeblich seinen Ursprung fand. Fast schon mediterran geht es auf den Inseln des Titicacasees zu. Die Sonne hat uns tagsüber verwöhnt und bei Temperaturen über 20 Grad ließ es sich gut aushalten. Das Wasser des größten Sees Südamerikas schimmert in tiefen Blau und wir konnten bis zu unserer Weiterfahrt nach La Paz, dem Regierungssitz von Bolivien die Seele ein wenig baumeln lassen.

Die nächtliche Überfahrt auf dem Titicacasee war abenteuerlich. Wir mussten mitten in der Nacht aus dem Bus aussteigen und wurden auf ein kleines Fährboot aufgeladen. Unser Bus samt Gepäck wurde auf ein wackeliges Floß verfrachtet. Ein Brückenbau über den See scheitert seither aufgrund des teils abergläubigen Protests der einheimischen Bevölkerung. So ereilt Pkw, Lkw und Busse das gleiche Schicksal. Wir waren froh, dass unser Bus die Überfahrt heil überstanden hat und wir die Fahrt nach La Paz wieder aufnehmen konnten. In der Vergangenheit gab es wohl schon so einige Zwischenfälle.

Ausnahmezustand in La Paz

Nach einer kurzen Nacht in einem hübschen Hotel in der Innenstadt von La Paz haben wir am Morgen nach einem Bus Richtung Oruro Ausschau gehalten. Von dort aus sollte es dann mit dem Zug weitergehen Richtung Uyuni. Für nicht einmal fünf Euro machten wir uns euphorisch auf den Weg, als nach 30 Minuten Ernüchterung einkehrte. Straßensperren in Form von Erdhaufen, Landmaschinen und diverse Bürgerproteste im Armenviertel von La Paz, El Alto versperrten den Weg. Nichts ging mehr, der Bus fuhr nicht weiter und wir mussten aussteigen.

Plan B musste schnell her, unser Zug ging um 14:30 Uhr, es war schon 11:00 Uhr und wir hatten noch etwa drei Stunden Fahrt vor uns. Wie sollte es weitergehen? Zum nahegelegenen Flughafen nach einem spontanen Flug Ausschau halten? Verloren in unseren Gedanken wurden wir plötzlich von einem netten Bolivianer aus unserem Bus angesprochen. Er und seine Freunde mussten auch nach Oruro und er hatte an der Straße einen privaten Minibus angeheuert, „ob wir nicht Lust hätten mitzukommen“, da er uns warten sah. Völlig erleichtert nahmen wir sein Angebot an und waren mal wieder dankbar, solch hilfsbereiten und freundlichen Menschen auf unserer Reise zu begegnen. Vielleicht mal wieder ein Zeichen dafür seinen Mitmenschen mehr Aufmerksamkeit zu schenken, in Deutschland hätte uns vermutlich niemand angesprochen.

Durch diese glückliche Fügung kamen wir pünktlich um 13:00 Uhr am Bahnhof in Oruro an. Wir haben uns kurz mit einem Almuerzo, ein 3-Gang-Mittagsmenü für ca. 2 € in einer kleinen Kneipe gestärkt und dann ging es sieben Stunden mit dem Zug Expreso del Sur durch eine der schönsten Landschaften Boliviens. Über unseren Zug sind hunderte von Flamingos geflogen, die in diversen Lagunen gründelten und am Abend ging malerisch die Sonne in der Pampa und den Bergen Boliviens unter. Ein wirklich magischer Moment, den wir im gemütlichen Speisewaggon genossen. Die Nacht in Uyuni verbrachten wir in einem komfortablen Salz-Hotel mit warmer (Regenwald!)-Dusche. Perfekt um sich nochmal zu verwöhnen, bevor die rustikale Tour durch die Salzwüste losging.

Durch die größte Salzpfanne der Welt

Am nächsten Morgen sind wir von unserem Tourenanbieter abgeholt wurden. Mit insgesamt elf Leuten und zwei Jeeps ging es die nächsten zwei Tage quer durch Bolivien und durch die Salar de Uyuni. Wir hatten eine bunt-gemixte Gruppe aus Kanadiern, Holländern, Belgiern und Deutschen und waren eine sehr harmonische Mischung.

Gleich am ersten Tag fuhren wir rein in die Salzwüste. Die Weite dieser riesigen weißen Steppe war atemberaubend und man hatte oft das Gefühl auf einem anderen Planeten zu sein. Mitten in der Salar liegt Incahuasi, eine Insel mit Riesenkakteen, völlig bizarr und unwirklich. Wir haben durch den fehlenden Horizont einige kuriose Fotos geschossen und bei einer kleinen Spritztour mit Mountainbikes durch die Salzwüste viel Spaß gehabt. Die erste Nacht verbrachten wir noch im Doppelzimmer und mit eigenem Bad. Wir freuten uns über den Komfort und ahnten noch nicht, was genau uns in der zweiten Nacht erwarten sollte.

Am zweiten Tag führte uns die Jeeptour in den Nationalpark „Eduardo Avaroa“ an farbenprächtigen Lagunen mit abermals unzähligen von Flamingos vorbei. Die Laguna Colorado zeigte sich durch eine bestimmte Algenart in intensivem Rot. Einfach spektakulär, was Mutter Natur hier geschaffen hat! Die gesamte Landschaft war geprägt von kuriosen Gesteinsformationen, über 6.000 Meter hohen Vulkanen, kargen Wüsten, Schneefeldern aus Eiszapfen, uralten versteinerten Korallen und vielen anderen wundersamen Gebilden. Diese unglaublichen Eindrücke entschädigten dann auch für die sehr spartanische zweite Unterkunft im Sechsbettzimmer, mit Kieselboden und Betten aus Stein.

Spätestens nach diesem kurzen Abenteuer hatten wir ein guten Eindruck von Bolivien gewonnen. Landschaftlich einzigartig blieb bei uns das Gefühl, dass wir nur einen Bruchteil gesehen haben und es noch so viel beim nächsten Mal zu entdecken gibt.

Unsere Reiseroute

Hier siehst Du unsere Reiseroute. Klicke auf die linke obere Seite um Dir die Sehenswürdigkeiten einzublenden.

Unsere Reisekosten – Bolivien (5 Tage)

Gesamt

413,96 € p.P.

Flüge

0,00 € p.P.

Unterkunft

23,83 € p.P./Tag

Verpflegung

13,90 € p.P./Tag

Transport

10,80 € p.P./Tag

Aktivitäten

48,73 € p.P./Tag

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.