Entlang der Great Ocean Road

Australien

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Manchmal passieren auf Reisen Dinge, die man nicht vorhersehen kann. Man steht plötzlich vor einer Gabelung und die Entscheidung für einen der Wege fällt einem sichtlich schwer.

Ungewollte Planänderung

Wir hatten uns riesig auf unseren Indonesien-Trip gefreut und die drei Wochen, die wir auf Bali und Lombok verbringen wollten, im Voraus bereits akribisch durchgeplant. Leider hatten wir unsere Planung ohne Mutter Natur gemacht.

Alles wurde über den Haufen geworfen, als wir erfuhren, dass der größte Vulkan Mt. Agung auf Bali kurz vor einem Ausbruch steht. Was macht man in so einer Situation?

Der eine Weg wäre gewesen trotzdem zu fahren und seinen Urlaub vor Ort und wichtige Anschlussflüge zu riskieren. Von gesundheitlichen Risiken mal abgesehen. Der andere Weg wäre eine Umbuchung gewesen, die hohe Kosten und erneuten Planungsaufwand zur Folge hat, dafür aber die Weiterreise sichert.

Eine Lösung musste schnell her und nach zähen Hin- und Herüberlegen haben wir uns dann in Sydney zwei Tage vor Abflug nach Bali für Plan B entschieden.

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Wir bleiben in Australien

Im Buch von dem großartigen Autor Tony Robbins haben wir mal gelesen, dass es keine falschen Entscheidungen gibt. Da man ja nicht weiß, wie es gekommen wäre, wenn man sich anders entschieden hätte.

Der Vulkan auf Bali ist in dieser Zeit jedenfalls nicht ausgebrochen, wir haben einiges an Geld mehr investieren müssen, sind um unvergessliche Momente und herzliche Aussie-Bekanntschaften reicher.

Unsere Zeit in Australien war geprägt von Höhen und Tiefen. Wir haben wunderschöne Ecken gesehen, mussten vieles spontan planen, was nicht so unser Ding ist, und standen in manchen Augenblicken vor einem großen Fragezeichen.

Unsere ersten drei Tage starteten in Sydney und wir haben die Zeit dort sehr genossen. Unsere AirBnB Unterkunft im Stadtteil Maroubra, dem Eldorado für Surfer, war superschön. Am ersten Morgen saßen wir in einem hübschen Café direkt am Meer und wurden beim Frühstücken von einer warmen Frühlingsbrise verwöhnt. Nach einigen südamerikanischen Großstädten wirkte Sydney wie das Paradies auf Erden. Es war alles so friedlich, gutbürgerlich und schmucke Einfamilienhäuschen säumten die Promenaden.

Die Innenstadt ist überschaubar und bei einer Fahrt mit der Fähre Richtung Manly wird man mit einer grandiosen Aussicht auf die Oper von Sydney belohnt.

Ein Hoch auf Klimatabellen

Nach drei Tagen starteten wir dann in das spontane Abenteuer Australien und flogen in den tropischen Norden nach Cairns. Die Sunshine Coast mit dem Great Barrier Reef und den Whitsunday Islands war schon lange eines unserer Traumziele. Umso mehr freuten wir uns darauf, dass wir jetzt die Möglichkeit bekamen diesen Fleck zu besuchen. Wir ergatterten einen günstigen Mietwagen für die nächsten zehn Tage und starteten unsere Tour im ältesten Regenwald der Welt, dem Daintree Rainforest.

Die weißen Sandstrände gesäumt von Palmen waren wie aus dem Bilderbuch, das Meerwasser war badewannenwarm. Leider konnte man aufgrund der Krokos und Haie hier nicht Baden. Bei uns kam ein wenig Karibikfeeling auf und wir genossen es auch am Abend noch in kurzen Klamotten auf der Terrasse unserer Unterkunft in Palm Cove zu entspannen. Natürlich dick eingeschmiert mit Moskitoschutz. 😉

Bereits am ersten Abend kam dann leider aber auch die Ernüchterung.

Die Sunshine Coast mit den meisten Sonnenstunden Australiens im Jahr erwartete in den nächsten zehn Tagen eine Unwetterfront mit monsunartigen Regenfällen und Überschwemmungen.

Ungewöhnlich für diese Jahreszeit und schlecht für uns.

Denn die Indoor-Aktivitäten hielten sich in dieser Gegend absolut in Grenzen. Den nächsten Tag regnete es bereits in Strömen und wir versuchten unsere Zeit im Hartleys Crocodile Adventure Park zu vertreiben.

Uns war aber auch klar, dass wir nun Plan C brauchten, da wir die nächsten Tage nicht vergeuden wollten. Vor Ort bleiben und das Unwetter ertragen war für uns Sonnenliebhaber keine Option. Wir checkten unseren Rückflug nach Melbourne und konnten diesen gegen eine geringe Gebühr um eine Woche vorverlegen…

Melbourne ist außerdem der perfekte Start für die Great Ocean Road und auch das Wetter sah im Süden freundlicher aus.

Umgebucht und erledigt. Nun ja fast…

Die nächste Herausforderung

Womit wir nicht gerechnet haben war, dass die Mietwagenpreise im Süden extrem hoch waren und es auch keine Camper mehr gab. Nun hatten wir zwar den Flug umgebucht, standen aber vor dem Problem keinen günstigen fahrbaren Untersatz zu bekommen. Diesen brauchten wir jedoch für die Great Ocean Road.

Weitere Optionen wie Anschlussflüge nach Uluru oder an die Westküste fielen aufgrund der hohen Kosten auch weg. Hinzu kam, dass wir aufgrund der Kurzfristigkeit bereits die erste Unterkunft westlich von Melbourne gebucht hatten, die auch nicht mehr stornierbar war.

Da saßen wir nun etwas verzweifelt mit einem großen Fragezeichen und schwindenden Kontostand da. Die letzten Wochen haben aufgrund der Bali-Stornierung und unserer Weiterreise im doppelt so teuren Australien ein großes Loch in unseren Geldbeutel gefressen und aktuell schien dieses immer größer zu werden.

Wenn wir aber eines mit der Zeit gelernt haben, dann ist es nicht aufzugeben und sich erst recht nicht mit etwas abzufinden, mit dem man nicht zufrieden ist.

Nach langer Recherche fanden wir somit doch noch einen bezahlbaren Mietwagen und drückten vier Augen beim Durchziehen der Kreditkarte zu. Nun stand unserem Roadtrip entlang der Südküste Australiens nichts mehr im Wege.

Startschuss für unseren Roadtrip

Wir sind von Melbourne nach Ballarat und von dort aus über den Grampians Nationalpark direkt nach Adelaide gefahren. Die Entfernungen sind riesig und wir legten gleich mal 650 Kilometer am ersten Tag zurück.

Wir kamen in der Weinregion von Barossa Valley nördlich von Adelaide an und fanden es dort wunderbar idyllisch. In den malerischen Weingütern kann man den leckeren Traubensaft kostenlos probieren und die Region ist landschaftlich sehr reizvoll.

Adelaide selbst ist recht unspektakulär, hat aber mit dem Coorong Nationalpark einen wunderschönen Küstenabschnitt und Salzlagunen, die in Weiß oder Rosa erstrahlen.

Entlang der Great Ocean Road

Wir nahmen Kurs auf die Great Ocean Road und waren im Westen meist noch ganz alleine unterwegs. Die Buchten und schroffen Felsen von Childers Cove und dem Loch Ard Gorge sind einzigartig und die Natur in den Nationalparks mit wilden Kängurus und Koalas ließ unsere Herzen höherschlagen.

Bis zum Cape Otway, einem der südlichsten Zipfel Australiens war touristisch wenig los und wir konnten weiße Traumstrände und bizarre Felsformationen an der Küste ganz für uns allein bewundern.

Richtung Osten und zurück nach Melbourne wurde es dann wesentlich voller. An dem Highlight der Great Ocean Road, den zwölf Aposteln, drängten sich hunderte von Asiaten um ein schnelles Foto oder Selfie von den umspülten Felsbrocken zu machen. Wir mussten uns dazwischen durchquetschen, um überhaupt einen Ausblick zu erhaschen.

Das Wetter zeigte sich in den zehn Tagen von seiner schönsten Seite und wir waren dankbar nicht bei monsunartigen Regenschauern an der Ostküste festzusitzen.

Die lebenswerteste Stadt der Welt

Nach unserem Roadtrip hatten wir dann noch vier Tage Zeit um Melbourne zu erkunden.

Unsere AirBnB Unterkunft lag im modernen Port Melbourne und wir brauchten nur 30 Minuten mit dem Bus in die Innenstadt. Melbourne zählt seit Jahren zu einer der lebenswertesten Städte der Welt. Wir für unseren Teil fühlten uns zumindest sehr wohl. Wir sind durch die Gassen der Innenstadt und dem Graffiti-Viertel Fitzroy gestreunt, haben vom Eureka Tower ein grandioses Panorama genossen und konnten mit der kostenlosten City Tram die Wolkenkratzer bestaunen.

In unserem Stadtteil gab es außerdem das Skewerd’s, ein leckeres griechisches Restaurant, indem wir natürlich Wiederholungstäter waren. Nur am Rande, Melbourne ist nach Athen und Thessaloniki die drittgrößte griechische Gemeinde der Welt.

Unser Fazit nach 3 Wochen Australien

Wir haben auf diesen einzigartigen Kontinent eigentlich nur einen Zeh draufgesetzt. Die Entfernungen sind gigantisch und am Ende hat man das Gefühl, man hat nur mal kurz an der Oberfläche von Down-Under gekratzt.

Um Australien ausgiebig zu erkunden braucht es laut den Einheimischen mindestens drei Monate und natürlich einiges an Taschengeld um Inlandsflüge oder Campervans zu finanzieren. Die Menschen vor Ort waren sehr liebenswert und hilfsbereit. Wir haben über AirBnB wunderschöne Unterkünfte entdeckt, sind als Naturliebhaber voll auf unsere Kosten gekommen und hatten bei urigen Bushwalks auch so manche Schlangenbegegnung.

Ganz haben wir mit Australien noch nicht abgeschlossen, denn Tasmanien gehört als Bundesstaat natürlich auch dazu. Das Land der Teufel schauen wir uns die nächsten drei Wochen an. Hier gehts weiter zum Beitrag über Tasmanien!

Unsere Reiseroute

Hier siehst Du unsere Reiseroute. Klicke auf die linke obere Seite um Dir die Sehenswürdigkeiten einzublenden.

Unsere Reisekosten – Australien (21 Tage)

Gesamt

2.848,31 € p.P.

Flüge

1.211,00 € p.P.

Unterkunft

29,06 € p.P./Tag

Verpflegung

22,14 € p.P./Tag

Mietwagen

12,32 € p.P./Tag

Aktivitäten

6,76 € p.P./Tag

2 Kommentare
  1. Joppi
    Joppi sagte:

    Hallo ihr Lieben. Australien ist wirklich riesig! Ich habe über 1,5 Jahre dort verbracht und grad mal die Hälfte des Landes erkundet. Ich hoffe ihr habt irgendwann nochmal die Zeit und das Geld auch den Rest zu erkunden. Mir hat übrigens die ruhige Westküste viel besser gefallen als die überlaufende Ostküste.

    Und spontane Planänderungen beim Reisen finde ich meist super. Man kommt an Orte die man vorher gar nicht als Ziel im Kopf hatte. Auch wenn es, wie bei euch, sehr kostenintensiv ist, denkt man doch in fünf Jahren nur noch an die tollen Erfahrungen und einzigartigen Orte die man gesehen hat, und nicht an die paar Euro die man drauflegen musste. Eine gute Freundin sagt immer “money comes money goes” und irgendwie hat sie doch Recht 😉

    Eure Fotos sind übrigens der Hammer! Weiter so 🙂

    Liebe Grüße, Joppi

    Antworten
    • Tom & Ella
      Tom & Ella sagte:

      Hi Joppi, vielen Dank für dein tolles Feedback zu unseren Bildern! 1,5 Jahre sind ja der Wahnsinn!!! <3 Da hast du sicher einen super Einblick in den roten Kontinent erhalten 😀 Wir mussten bei deinen Worten etwas schmunzeln, da wir tatsächlich schon wieder konkrete Pläne für Australien haben 😉 Dieses Jahr werden wir das Outback durchqueren und hoffentlich in den nächsten Jahren dann auch endlich die Westküste, davon haben wir bisher wirklich viel Positives gehört. Und bestimmt wird wieder die ein oder andere spontane Aktion bzw. Planänderung dabei sein 😉 Sonnige Grüße, Tom & Ella

      Antworten

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