Das Schmuckstück der Ägäis

Insel Symi

In der hintersten Ecke der Ägäis schlummert ein wahrer Schatz, architektonisch einzigartig und an mediterranem Charme kaum zu übertreffen. Nur wenige haben von Symi schon gehört und genau das macht dieses Kleinod so besonders. Symi liegt in der Südlichen Ägäis unweit des türkischen Festlands und nur etwa eine Bootsstunde von Rhodos entfernt. Die Insel ist mit einer Gesamtlänge von etwa 12 km überschaubar und wir hatten zwei volle Tage um die vielen Facetten dieses Schmuckstückes zu erkunden.

Gialos – die helle Stadt

Bereits bei der Einfahrt in den Hafenort Gialos wurden wir von den bezaubernden Pastellhäusern empfangen. Wie im Bilderbuch reihen sie sich aneinander und wir kamen aus dem Staunen und Fotografieren gar nicht mehr heraus. Unsere Unterkunft, die Marea Apartments lagen etwas oberhalb am Hang. Von unserem Balkon hatten wir einen traumhaften Blick auf die Hafenbucht, die je nach Lichteinfall ihre Farben wechselte. Unseren ersten Abend ließen wir in der Taverne To Spitiko bei einem griechischen Wein, Bauernsalat, Zaziki und Small Fish (panierten kleinen Fischen) ausklingen.

Für die Erkundung der Insel lohnt sich ein fahrbarer Untersatz. Am Hafen in Gialos bei Back Street Bikes haben wir uns ein Quad für 25 Euro am Tag geliehen und sind rauf auf den Bergkamm nach Chorio gefahren. Hier oben befinden sich noch die Ruinen eines alten Kastells und die Windmühlen von Symi, die z.T. restauriert und zu Ferienunterkünften umfunktioniert wurden. Fährt man die Serpentinen etwas weiter hoch erwartet einen ein atemberaubender Ausblick auf die Bucht von Symi.

Das Fischerdorf Pedi

Am nächsten Tag haben wir das Dorf Pedi erkundet. Ganz einsam liegen hier die Fischerboote und Kaikis im Hafen. Außer uns war kein Mensch hier und wir machten uns auf den Weg zum Strand Saint Nicholas.

Symi ist keine typische Badeinsel mit kilometerlangen weißen Sandstränden. Dennoch gibt es die ein oder andere malerische Badebucht meist mit Kies- oder Steinstrand. Etwa 10 Minuten führt ein Trampelpfad am Meer entlang bis man zu der windgeschützten Bucht von Saint Nicholas kommt. Der Strand ist mit Kies bedeckt, es gibt zahlreiche Sonnenliegen, einige Tamarisken sorgen für Schatten und eine gemütliche Taverne für das leibliche Wohl. An der Seite steht eine Kapelle, die dem Strand dessen Namen gibt. Das kristallklare Wasser war ruhig und perfekt für eine kurze Erfrischung. Auf der gegenüberliegenden Seite von Pedi gelangt man außerdem zum Strand Agia Marina. Wie eine kleine Oase schmiegt sich die Bucht in die Landschaft ein und das Wasser strahlt türkisblau. Vor Ort gibt es Strandliegen und ebenfalls eine Taverne.

Einsame Strände und versteckte Buchten

Wer noch mehr malerische Strände und Buchten von Symi erkunden möchten, der kann am Hafen von Gialos einen Tagesausflug buchen. Ausflugsboote bringen einen an schöne Ecken, die nur über den Seeweg erreichbar sind, so zum Beispiel zu den versteckten Buchten von Disalona und Nanou.

Von Pedi aus ging es für uns weiter über den Bergrücken Richtung Roukouniotis. Einsam auf der anderen Seite der Insel liegt der Toli Beach, ein windgeschützter Kiesstrand. Im Frühjahr ist die gesamte Bucht mit pinkfarbenen Oleandersträuchern übersät. Mitte Mai war hier keine Menschenseele und die Taverne Dafnes hatte leider noch nicht geöffnet. Wir haben eine kurze Pause am Bootssteg eingelegt, unsere Füße im kristallklaren Wasser abgekühlt und dem Zirpen der Zikaden gelauscht. Ein wunderschönes Plätzchen um die Seele baumeln zu lassen.

Die Pilgerstätte der Ägäis

Wir haben bewusst bis zum Nachmittag gewartet um das prächtige Kloster Panormitis im Süden der Insel zu besichtigen. Um Punkt 16:30 Uhr legt die Fähre mit zahlreichen Tagestouristen wieder ab und man hat die große Anlage ganz für sich allein. Vom Inselinneren kommend erreicht man vor dem Ort Marathounda eine Anhöhe und blickt zum ersten Mal auf die Bucht mit dem Kloster. Was für ein atemberaubender Ausblick und grandioses Fotomotiv! Unten angekommen haben wir unser Fahrzeug abgestellt und die Klosteranlage erkundet.

Der Wallfahrtsort wurde im 15. Jahrhundert gegründet und ist dem Schutzheiligen, dem Erzengel Michael geweiht. Es gibt ein kleines Café, indem wir uns kurz gestärkt haben, bevor wir die alten Säulengänge und die Kirche mit der berühmten Heiligenikone angeschaut haben. Es ist die Stille, die diesen Ort so besonders macht. Ehrfürchtig wandelten wir umher und bestaunten das wunderschöne Mosaikrelief auf dem Kirchplatz.

Auf der gegenüberliegenden Seite des Klosters gibt es eine Windmühle, zu der man in 15 Minuten über einen Fußgängerweg gelangt. Von der Mühle genießt man eine perfekte Sicht auf das Kloster und bekommt einen guten Eindruck von der Größe der Anlage. Leider wurde zu unserer Zeit der Glockenturm restauriert und war somit von Gerüst bedeckt.

Etwa 40 Minuten brauchten wir für den Rückweg nach Gialos. Im Süden führt der Weg durch wunderschöne grüne Nadelwälder und steht somit im Kontrast zum kargen Norden. Wir ließen den Abend auf unserem Balkon ausklingen. Das warme Licht der Sonne verwandelt den Hafen von Symi in eine bunte Farbenpracht und wir wurden verzaubert von der Schönheit dieser Insel.

In den Gassen von Symi

Den zweiten Tag wollten wir uns Zeit nehmen um den Ort Gialos mit seinen verwinkelten Gässchen intensiv zu Fuß zu erkunden. Die neoklassizistischen Gebäude stehen alle unter Denkmalschutz. Gegen 11:00 Uhr kommen auf Symi die Ausflugsfähren an und man sollte in dieser Zeit das Gebiet um den Hafen meiden, da es sehr voll und hektisch werden kann.

Wir sind etwas oberhalb des Dorfes entlanggelaufen, fanden zahlreiche Fotomotive und setzten unseren Spaziergang bis zur prächtigen Kirche „Ekklisia Evaggelistria“ auf der anderen Seite der Bucht fort. Von hier oben hat man einen großartigen Ausblick auf die fjordähnliche Hafeneinfahrt und wir waren wie an vielen anderen Stellen ganz allein. Unterhalb der Kirche liegt der einzige Strand von Gialos, der Nos Beach. An der kleinen Bucht mit Kiesstrand gibt es einige Sonnenschirme und eine Strandbar, in der man einen kühlen Frappé genießen kann.

Niedliche Cafés und kulinarische Genüsse

Auf dem Rückweg sind wir in der Mitte des Ortes die Kali Strata hochgelaufen. Die alte Straße von Gialos führt auf über 500 Treppenstufen hinauf nach Chorio und war für uns die schönste Gasse von Symi. Oben angekommen brauchten wir erstmal eine kleine Erfrischung. Im Olive Tree Café gab es leckere hausgemachte Zitronenlimo und köstliche Snacks. Die Besitzer sind liebenswerte Engländer, die ihr hübsches Café äußerst geschmackvoll eingerichtet haben. Auf der liebevoll bepflanzten Terrasse kann sich von selbst gebackenen Leckereien verwöhnen lassen.

Am Abend haben wir noch einen kurzen Abstecher nach Nimborios gemacht, das Dorf liegt nördlich von Gialos. Hier schien die Saison noch nicht begonnen zu haben. Das Örtchen wirkte wie im Tiefschlaf, in der Hafenmole schipperten einige Fischerboote und die Gassen waren ausgestorben.

Ein kulinarisches Highlight unseres Symi Aufenthalts war definitiv die Taverne Haritomeni direkt oberhalb unseres Apartments. Am Hang gelegen hat man von der Terrasse einen großartigen Ausblick auf Symi. Wir haben an unserem letzten Abend bei einem Glas Wein von hier aus einen wunderschönen Sonnenuntergang genossen. Das Essen war köstlich und preislich absolut in Ordnung. Wer Symi besucht sollte unbedingt die leckeren Symi-Shrimps probieren, die jedes Jahr im Mai/Juni vor Symi gefangen und köstlich zubereitet werden.

Die schöne Unbekannte

Obwohl die Insel sehr klein ist, wären wir gerne noch einen Tag länger geblieben, um uns auch die abgelegenen Strände per Boot anzuschauen. Ebenfalls sehr sehenswert soll das Kloster Agios Emilianos im Westen der Insel sein, welches auf einer Landzunge im Meer gebaut wurde. Wer also ausreichend Zeit mitbringt kann mindestens drei Tage auf der Insel einplanen.

Wir waren Mitte Mai auf Symi und bis auf die Tagestouristen und einige Segler war noch nicht viel los und es war angenehm ruhig. Wir hatten fast durchgängig sonniges Wetter und tagsüber wurde es bereits recht heiß. Dadurch brauchten wir am Abend meist keine langen Sachen. An Insektenschutz sollte man unbedingt denken, da es Mitte Mai doch schon einige Moskitos gab.

Unsere Erwartungen an Symi waren hoch und die Insel hat schnell unsere Herzen erobert. Symi ist von der ersten Minute an bezaubernd und zieht einen mit seinem pittoresken Charme in seinen Bann. Für uns persönlich ist Symi eine der schönsten Dodekanes-Inseln und wir hoffen, dass die Insel sich ihre Ursprünglichkeit und ihren sanften Tourismus noch lange Zeit bewahrt.

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