So startest du schon heute durch:

7 wichtige Tipps, die jeder Profi kennt

Weltreise-Fotografie-Foto-Tipps-Zeitpunkt-Equipment-Vorbereitung

#1 Erst Kopf einschalten dann auslösen

Warum sieht dein Foto nicht so großartig aus wie das von jemand anderen? Die Antwort ist meist einfacher als du denkst und hat oft nichts mit deiner verwendeten Kameratechnik oder anderem speziellen Equipment zu tun.

Am Anfang eines jeden Fotos solltest du dir stets die gleiche Frage stellen: Für wen bzw. für welchen Zweck willst du diesen Augenblick festhalten?

Ist das Foto nur für dich selbst, für deine Familie oder für ein Fotobuch? Möchtest du die Aufnahme vielleicht auf einer Plattform bewerben oder verkaufen? Was genau möchtest du einfangen und welchen Wert soll dein Foto haben? Ist es eine besondere Erinnerung oder hast du nur auf die Kamera gedrückt, weil es in diesem Augenblick alle gemacht haben?

Sei ehrlich zu dir selbst und überlege dir beim nächsten Mal, ob du das wirklich fotografieren möchtest. So optimierst du dich selber und nimmst mit der Zeit nur noch die gewünschten Motive auf. Vor allem wenn du bisher 150 Fotos oder mehr an nur einem Reisetag gemacht hast, hilft dir diese Fragestellung dabei mehr Struktur in dein Fotografieverhalten zu bringen und schon während der Reise unnötige Fotos auszusortieren.

Des Weiteren solltest du dir auch im Klaren sein, ob du deinen Moment im Querformat (z.B. Landschaft) oder Hochkant (z.B. Menschen) aufnehmen möchtest. Beides kann je nach Situation seinen Reiz haben. Manchmal gibt es auch nur die eine Möglichkeit. Viele Bilder wirken auf den Betrachter nicht, weil ein bestimmter wichtiger Teil des Motivs abgeschnitten oder nicht richtig in Szene gesetzt wurde. Wie du das richtige Format findest erfährst du nur durch Übung. Wenn du zu Beginn unsicher bist, dann nimm dein Motiv im Quer- und Hochformat auf und vergleiche die beiden Ergebnisse. So bekommst du ein Gefühl, in welcher Situation welches Format geeignet ist.

#2 Bereite dein Fotoerlebnis vor

Und plötzlich tauchte er vor uns auf, wir nahmen unsere Kamera in die Hand, drückten wie wild den Auslöser. Nach ein paar Sekunden der letzte Klick und gerade so war die mächtige Walflosse noch drauf.

Bei so einem einmaligen Erlebnis musst du vor allem schnell und gut vorbereitet sein. Über die richtige Kameraeinstellung und den perfekten Bildausschnitt kannst du in den wenigen Sekunden, in denen ein Wal auftaucht nicht mehr nachdenken, denn dann gehst du leider leer aus.

Wenn wir auf Reisen sind informieren wir uns im Vorfeld ausgiebig über Sehenswürdigkeiten und besondere Orte die wir privat besichtigen und fotografisch festhalten möchten. Bevor wir starten legen wir uns dann alles zurecht, was wir an Fotoequipment, wie Objektiven und Filter für diesen Tag benötigen.

Wenn du auf Walbeobachtung gehst oder eine Safari in die Serengeti unternimmst, dann benötigst du definitiv ein Objektiv welches dir ermöglicht weit entfernte Objekte zu fotografieren. Wer möchte schon, dass das eigentliche Motiv, wie der Wal oder Löwe so weit entfernt sind, dass der Betrachter zweimal hinschauen muss. Solche Fotos wirken nicht, da der Fokus bzw. Blickpunkt im Bild fehlt. Man sieht nur eine große langweilige Leere und den kleinen Klecks in der Mitte erkennt keiner als dein Motiv. Erspare dir solche Aufnahmen!

Für weit entfernte Objekte wie Tiere brauchst du ein Teleobjektiv oder kurz „Tele“ genannt. Damit kannst du auf die „Jagd“ gehen. Wir benutzen ein 70-200mm Objektiv von Tamron. Ein ganz schön schweres Geschoss, aber spätestens beim Betrachten der Fotos weißt du, dass sich das herumschleppen gelohnt hat.

Bei Landschaftsaufnahmen empfehlen wir dir ein Weitwinkel-Objektiv. Die Auswahl ist hier riesig, es lohnt sich hier auch einen Blick bei Ebay, für das ein oder andere Schnäppchen. Wir sind mit unserem Nikon 16-35mm sehr zufrieden. Mit diesem Objektiv kannst du einen weiten Bildausschnitt wie beispielsweise einen Canyon oder eine breite Meeresbucht aufnehmen. Sehr breite Motive wie der Grand Canyon wirken einfach nicht ansprechend, wenn sie nur in einem kleinen Bildbereich fotografiert werden.

Mache dir im Vorfeld immer Gedanken, welche Objektive du für den jeweiligen Ausflug brauchst. Dann kannst du auch die magischen Begegnungen und Momente einfangen. Schau doch noch einmal bei uns in den Kamera-Rucksack hinein, hier gelangst du zu unserem Technik-Equipment.

#3 Wähle den richtigen Zeitpunkt

Auch wenn du theoretisch zu jeder Tageszeit fotografieren kannst, gibt es zwei sehr beliebte Lichtsituationen, die deinen Fotos das gewisse Etwas geben: Sonnenauf- und Sonnenuntergang.

Das Licht ist während dieser Zeit zur goldenen Stunde am harmonischsten, weniger grell und verleiht deinen Fotos eine natürliche Wärme. Dagegen wirken sich Aufnahmen bei starker Sonneneinstrahlung um die Mittagszeit negativ auf deine Fotos aus. Den natürlichen Farben werden dann regelrecht die Kontraste entzogen. Zusätzlich reflektieren helle Oberflächen wie Blätter das Licht zu stark und Teile deines Fotos wirken unter Umständen sogar wie ausgebrannt.

Probiere es einfach mal bei dir zu Hause aus und vergleiche deine Fotos vom Sonnenuntergang und bei grellem Sonnenlicht.

Auch wir als Fotografen sind eher Morgenmuffel und schlafen gerne aus. Deshalb wirst du mehr Fotos zum Sonnenuntergang bei uns finden. 😉 Die beiden Lichtsituationen sind nahezu identisch. Viel wichtiger ist zu wissen, wo denn die Sonne auf- bzw. untergeht. Je nachdem lohnt es sich früh aufzustehen oder länger vor Ort zu bleiben.

Zusätzlich hat das Wetter natürlich auch Einfluss auf deine Fotos. Hast du schönes Wetter mit Sonnenschein oder einen trüben Tag mit Wolken? Die Farben an einem hellen Tag wirken freundlicher und erzeugen eine positive Stimmung. Jedoch kann je nach Ort auch eine trübe Wetterlage seinen Charme haben, wie z.B. Nebel in Schottland. Denke jedoch daran, je weniger Licht vorhanden ist, umso schwieriger wird es für dich und deine Kamera ein ordentliches Bild einzufangen (Stichwort Belichtungszeit). Gerade am Abend solltest du ein Stativ dabei haben. Unser kleines Reise-Dreibein von Cullman Mundo 522T war der perfekte Begleiter auf unserer Weltreise mit knapp 1kg Gewicht!

Links: bei schlechtem Wetter mit wenig Licht | Rechts: bei schönem Wetter kommen alle Farben zur Geltung

#4 Werde zum Künstler

Kannst du dich noch an deinen Kunstunterricht erinnern? Damals hast du ein sehr interessantes gestalterisches Hilfsmittel namens „Goldener Schnitt“ kennen gelernt. Die klassische Bildgestaltungsregel welche schon Da Vinci anwandte, wirkt sich auf den Betrachter als äußerst harmonisch aus. Mit dem Goldenen Schnitt kann man ein Foto in bestimmte Bereiche aufteilen und das Motiv dann im Raster an Schnittpunkten entsprechend platzieren.

In diesem Zusammenhang kommt meist noch eine weitere Gestaltungsform ins Spiel, die Drittel-Regel. Folgendermaßen musst du dir das vorstellen: Teile deinen Bildausschnitt gedanklich in neun Teile. Du ziehst zwei waagerechte und zwei senkrechte Linien, so dass alle neun Teile gleich groß sind. Dein zu fotografierendes Motiv wird an einem der vier Schnittpunkte angelegt, idealerweise dazu noch im Vordergrund.

Die modernen Kameras bieten dir sogar die Möglichkeit dieses Gitternetz permanent im Display oder Sucher anzuzeigen, dann wird es noch einfacher mit der Bildgestaltung. Bei uns ist die Funktion in der Kamera immer aktiv.

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Weltreise-Fotografie-Foto-Tipps-Drittel-Regel-Goldener-Schnitt
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Aufteilung des Bildes in zwei horizontale Linien

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Aufteilung des Bildes in zwei vertikale Linien

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Das Hauptmotiv wird an einem Schnittpunkt im Vordergrund positioniert.

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Der Blick des Betrachters geht der Straße entlang (Tiefenwirkung).

#5 Ändere deine Perspektive

Mit dem goldenen Schnitt und der Drittel-Regel kannst du schon sehr kreative Bildkompositionen entwickeln, vorausgesetzt dein Motiv eignet sich hierfür! Wenn du nun während des Fotografierens noch ab und an den Bildwinkel variierst, indem du deine Position änderst erzielst du großartige Ergebnisse. Warum?

Die Perspektive ist ein entscheidendes Element der Bildgestaltung. Du kennst doch bestimmt die Fernsehshows, bei denen Star-Fotografen ihre Models ablichten. Zum einen ändern die Models vor der Kamera natürlich stets ihre Position. Aber ist dir schon einmal aufgefallen, dass auch ein Fotograf hinter der Kamera stets in Bewegung ist? Oft ist der Standort des Fotografen entscheidender als der des Motivs.

Mit der richtigen Perspektive wirkt dein Bild einzigartig. Ein ganz einfacher Trick hat manchmal eine große Wirkung. Versuche dich auf eine erhöhte Fläche wie einen Stein oder Podest zu stellen und nimm dann noch einmal dein Foto auf. Du wirst sehen, es ergibt sich durch den geänderten Blickwinkel eine völlig andere Bildwirkung.

#6 Achte auf einen geraden Horizont

Die meisten bemerken gar nicht, dass auf dem Foto der Horizont schief ist. Simpler Tipp: Achte vor dem Drücken des Auslösers bereits auf einen geraden Horizont und du wirst feststellen dein Bild wirkt um ein Vielfaches harmonischer. Außerdem ersparst du dir bei der Nachbearbeitung deiner Fotos die mühsame Begradigung des Horizonts. Leider wird dieser kleine Schritt sehr oft vernachlässigt und das Foto wirkt einfach überhastet erstellt und es erzielt keine Wirkung beim Betrachter.

Ein weiterer Tipp für geniale Fotos: Versuche deinem Horizont mehr bzw. weniger Wichtung zu verleihen und nicht immer genau mittig im Bild zu platzieren.

Ein Beispiel: Du fotografierst eine Strandkulisse. Ein Drittel des Bildbereiches wird vom Himmel gefüllt und zwei Drittel vom Strand. Dein Foto wirkt höchstwahrscheinlich sehr schwer und eingeengt. Nimmst du den Horizont jedoch anders auf, also zwei Drittel blauer Himmel und ein Drittel Strand, kann der Eindruck von Tiefe und Weite im Foto entstehen. Als Betrachter hat man das Gefühl in das Bild „hineinlaufen“ zu können.

Links: schiefer Horizont | Rechts: harmonische Bildwirkung da begradigter Himmel

#7 Nimm deine Fotos in RAW auf

Es war eine traumhafte Kulisse, die Sonne strahlte und Tom hatte über 70 Fotos an der Bay of Fires in Tasmanien geschossen. Die karibischen Strände mit ihren roten Steinen lassen jedes Fotografenherz höher schlagen. Mehrere Stunden und unzählige Fotos später saßen wir entspannt in einem Café und haben bei einem Cappuccino diesen herrlichen Tag Revue passieren lassen.

Plötzlich schreckte Tom beim Durchklicken der Fotos auf und schaute mich völlig entsetzt an. Und da dieser Blick mir bereits bekannt war, ahnte ich was los war.

Willst du wissen, was einer der schlimmsten Dinge ist, die man als Fotograf erleben kann?

Unsere Kamera war seit der letzten Sensorreinigung nicht auf RAW-Format umgestellt. Alle Fotos von diesem Tag wurden automatisch im JPEG-Format aufgenommen.

Ja und was ist daran jetzt so schlimm?!

Das RAW-Format bietet dir die Möglichkeit deine Fotos im Nachgang noch in Adobe Lightroom zu bearbeiten, aufzuhellen, Farben zu verstärken oder zu entsättigen. Deine Aufnahmen sind sozusagen noch roh und sie lassen sich nach Belieben optimieren. Jeder Fotograf findet so seinen individuellen Stil.

Im JPEG-Format ist diese detaillierte Nachbearbeitung nicht mehr möglich. Die Fotos sahen zwar ganz nett aus und hätten jede Mutti erfreut, aber für eine professionelle Weiterverwendung wie beispielsweise für Stockaufnahmen waren sie nicht geeignet.

Wie wichtig eine natürliche Optimierung in Lightroom für geniale Fotos ist erfährst du unter Lightroom Bildbearbeitung. Übrigens, wir waren am nächsten Tag nochmal am Strand und haben alle Fotos erneut in RAW aufgenommen. 😉

Links: Erstaufnahme als JPEG | Rechts: einen Tag später aufgenommen als RAW (bearbeitet)

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