Wenig Theorie und viel Fotografie-Praxis

4 Fotografie Grundlagen für deinen Start

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Fotografie Grundlagen einfach erklärt

Egal ob du dir nun eine neue Kamera gekauft hast, oder schon länger eine besitzt. Wenn man das Teil zum ersten Mal auspackt und die dicke Bedienungsanleitung in der Hand hält, verspürt man gleich Lust den Retoure-Aufkleber wieder drauf zu machen. Aber warte kurz! In unserem Beitrag erklären wir dir die 4 wichtigsten Fotografie Grundlagen für Einsteiger so einfach wie möglich.

Lass dich von Knöpfen nicht verrückt machen!

Aber bringen wir nun mal Licht ins Dunkle. Wir ersparen dir zu Beginn unzählige technische Erklärungen. Die meisten Knöpfe sind für den Anfang überhaupt nicht notwendig. Die Basiseinstellungen deiner Kamera sind in der Regel bereits so ausgelegt, dass du ohne größere Änderungen mit den Fotografieren loslegen kannst. Wir geben dir 4 Grundbegriffe für den Start mit auf den Weg. Den Rest brauchst du als Fotografie Einsteiger noch nicht.

Du suchst noch nach der richtigen Kamera als Fotografie Einsteiger? Dann schau einmal in unseren Beitrag: Welche Kamera passt zu mir?

#1 Die Aufnahmemodi: Manuell vs. Automatik

Es gibt an deiner Kamera verschiedene Einstellungsmöglichkeiten, welche dir die „Arbeit“ in den unterschiedlichsten Lichtsituationen vereinfachen können. Der jeweilige Modus der Kamera wird in der Regel mit Hilfe eines kleinen Einstellrades geändert. Man nennt dies auch Moduswahlrad. Auf Reisen fotografieren wir je nach Situation mit einer halbautomatischen Funktion oder im manuellen Kameramodus. Es gibt neben der vollautomatischen Funktion (grünes A/ Auto = alles wird abgenommen), auch drei halbautomatische Programme.

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Automatikmodus-Kamera-Modus-Wahlrad
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Der Automatik-Modus deiner Kamera erleichtert dir den Einstieg in die Fotografie. Die besten Bilder erzielst du mit den halbautomatischen bzw. manuellen Modus.

Bei Nikon Kameras sind das P (Programmautomatik), S (Blendenautomatik: Belichtungszeit fest, Blende variabel), A (Zeitautomatik: Blende fest, Zeit variabel). Der Hersteller Canon verwendet die Kürzel P, Tv, Av. Zusätzlich gibt es bei fast allen Kameras einen manuellen Modus (M), bei dem du die volle Kontrolle über alle Einstellungen hast.

Bei unserer Hauptkamera der Nikon D750 und unserer zweiten Kamera der Nikon D7500 haben wir mit der Einstellung A (bzw. Av) für uns den besten Modus entdeckt. Hier wählst du je nach Situation eine große Blendenzahl aus (z.B. für Landschaften) und die Kamera stellt die passende Belichtungszeit ein. Super einfach und in 90% aller Aufnahmen absolut praktikabel. Anbei hast du unsere Empfehlung welcher Modus sich für welche Lichtsituation eignet:

Fotografieren Lernen Aufnahmemodi Canon Nikon Abbildung

Der ideale Modus für Fotografie Einsteiger

Falls Du doch nicht mit dem Ergebnis zufrieden bist, wechselst du mit ein wenig Übung einfach in den manuellen Bereich und stellst dir die Einstellungen nach deinen Vorstellungen ein. Je nach Modus erhältst du natürlich unterschiedliche Ergebnisse. Probier es einfach mal aus ein bisschen mit dem Rädchen zu spielen. Mit dem Modus Zeitautomatik kannst du unserer Meinung am besten Fotografieren lernen. Man kann diese Halbautomatik zurecht als idealen Modus für Fotografie Einsteiger und Anfänger bezeichnen.

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Kamera-Moduswahlrad-Funktionen-Bedeutung
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Mit dem Moduswahlrad kannst du zwischen Voll- & Halbautomatik wählen oder in den manuellen Modus wechseln.

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Das jeweils aktive Programm wird dir anhand einer Markierung, sowie im Kamera-Display angezeigt.

#2 Es werde Licht: Belichtungszeit

Deine Kamera funktioniert im Grunde noch immer so wie vor 150 Jahren. Auch Du musst dein Motiv je nach Umgebung belichten um es perfekt einzufangen. Um damals ein gescheites Bild bei Tageslicht zu erhalten, musste der Fotograf seine Kamera auf einem festen Gehäuse aufbauen und mehrere Sekunden lang belichten.

Heute reicht dafür weniger als eine 1/1000 Sekunde aus. Die moderne Technik und die Automatismen deiner Kamera machen dies mit nur einem Klick auf den Auslöser möglich. Die Automatik deiner Kamera stellt die Belichtungszeit jedoch nicht immer korrekt ein. Daher ist es wichtig, dass du das Moduswahlrad (meist liegt es am Daumen an) auch selbst manuell bedienen kannst. Im Prinzip gelten heute noch ähnliche Fotografie Grundlagen wie früher, nur das uns die moderne Technik einiges abnehmen kann.

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Fotografieren-Lernen-Belichtungszeit-Richtig-Einstellen
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Die Belichtungszeit wird in Sekunden angegeben. Am Tag reicht ein Bruchteil einer Sekunde aus, um dein Bild einzufangen (hier 1/200 also 0,005 Sekunden).

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Die Belichtungszeit- oder auch Verschlusszeit wird über ein Wahlrad eingestellt. Dadurch wird der Wert erhöht oder verringert.

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Einige Kameras besitzen sogar zwei Wahlräder. Dies erleichtert die Handhabung zwischen Belichtungszeit und Blende. Die Belegung kann im Kameramenü eingestellt werden.

Auf die korrekte Belichtung kommt es an

Die richtige Einstellung der Belichtungszeit entscheidet unter anderem ob deine Aufnahme zu dunkel (zu wenig Licht gelangt in die Kamera), zu grell (zu viel Licht gelangt in die Kamera) oder genau richtig (wie in der Realität) dargestellt wird. Eine Unterbelichtung oder Überbelichtung gilt es stets zu vermeiden, außer es wird als fotografisches Gestaltungsmittel eingesetzt. Die Belichtungszeit hängt daher stets von den vorherrschenden Lichtverhältnissen ab. Anbei erhältst du eine Übersicht, welche theoretischen Belichtungszeiten nötig sind.

Fotografie Grundlagen Einsteiger Belichtungszeit

Die korrekte Belichtung ist daher von immenser Bedeutung, da ein Fehlwert quasi zum Verlust von Aufnahmedetails führen kann. Die meisten Kamera zeigen dir auf dem Display an, ob deine Aufnahme über bzw. unterbelichtet sein kann. Du erkennst dies in der Regel anhand einer +/- Skala. Mit der Belichtungszeit kannst du übrigens auch tolle künstlerische Effekte erzielen. Vielleicht kennst Fotos von Wasserfällen auf denen das Wasser wie weichgezeichnet aussieht? Das nennt man eine Langzeitbelichtung. Aber dazu erfährst du ein anders Mal mehr.

Fotografie-Anfängerfehler-Vermeiden-ÜberbelichtungFotografie-Anfängerfehler-Vermeiden-Unterbelichtung

Links: Überbelichtung (Ursachen: Belichtungszeit zu lang) | Rechts: Unterbelichtung (Belichtungszeit zu kurz, Blende geschlossen?)

Die Belichtungszeit kann außerdem Auswirkungen auf die Schärfe deiner Fotos haben. So können deiner Bilder unscharf werden, wenn die Belichtungszeiten zu lang sind (unter 1/50 bis mehrere Sekunden). Die Unschärfe wird verstärkt, wenn du beim Aufnehmen wackelst. Meist passiert dies am Abend, wenn wenig natürliches Licht zur Verfügung steht. Im Gegenzug werden deine Bilder sehr scharf abgebildet wenn du sehr kurze Belichtungszeiten (1/500 – 1/4000) verwenden kannst. Man kann damit sogar Bewegung einfrieren. Anbei hast du eine Übersicht welche Auswirkungen die Belichtungszeit auf die Schärfe deiner Bilder haben kann:

Erklärung Belichtungszeit Verschlusszeit Fotografie Grundbegriffe

#3 Endlich scharf: Blende

Die Glaslinse einer Kamera kann man mit unserem Auge gut vergleichen. Licht, Farben, Schärfe alles nehmen wir damit wahr. Ein Selbstversuch gefällig? Wenn du einen sehr nahen Gegenstand direkt vor dein Auge hältst und betrachtest, was fällt dir auf? Der Hintergrund wirkt verschwommen oder? Das Auge fokussiert diesen Gegenstand, deine Pupillen („Blende“) werden ganz klein. Die Blende ist ein wichtiges Gestaltungsmittel der Fotografie. Sie ist maßgeblich verantwortlich für den Schärfegrad deiner Fotos.

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Eine offene Blende bedeutet es fällt viel Licht in die Kamera hinein. Der Blendenwert ist niedrig und die Belichtungszeiten werden dadurch verkürzt.

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Eine geschlossene Blende bedeutet es fällt wenig Licht in die Kamera hinein. Der Blendenwert ist hoch und die Belichtungszeiten werden dadurch verlängert.

Um das gleiche mit der Kamera zu realisieren, wird der Blendenwert ebenfalls verkleinert. Man benutzt eine kleine Blendenzahl sehr häufig beim Fotografieren von Menschen und erhält damit den tollen Portrait-Effekt. Das Gesicht der Person ist scharf, aber der Hintergrund ist bewusst unscharf gewählt. Das nennt man auch “Bokeh”. Du wirst diesen Fotografie Grundbegriff vielleicht schon einmal gehört haben. Auf der folgenden Abbildung haben wir für dich die Funktionsweise des Fotografie Grundbegriff Blende genau erklärt:

Blende Fotografie Bokeh Grundbegriffe Einsteiger

Die Einstellungen der Blendenzahl hängen von deinem verwendeten Objektiv ab. Sie können zwischen einem Startwert von 1,2 bis zu einem Endwert von 22,0 oder höher liegen. Ein schönes Bokeh gelingt mit sehr niedrigen Blendenzahlen. Probiere es doch einfach mal aus, du wirst den Unterschied sofort feststellen.

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Die Belichtungszeit steht im engen Zusammenhang mit der Blende. Das verfügbare Licht und der verwendete Blendenwert bestimmen die Belichtungszeit deiner Kamera.

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Ein niedriger Blendenwert erzeugt den Bokeh-Effekt. Dein Hauptmotiv wird vom Hintergrund freigestellt. Das nennt man auch Schärfentiefe bzw. Tiefenschärfe.

Welcher Blendenwert ist der Beste?

Bei einer Landschaftsaufnahme möchtest du natürlich alle Details darstellen, dazu benötigst du einen hohen Blendenwert. Mit der Kamerablende bestimmst du sozusagen deine gewünschte Schärfentiefe (auch Tiefenschärfe). Im Wechselspiel mit der Belichtungszeit entscheidest du letztendlich darüber, ob dein Motiv oder Hintergrund knackig und scharf wirken soll oder weich und verschwommen.

Wir verwenden für Portraits und Nahaufnahmen von Gegenständen mit unseren Objektiven von Nikon 50mm oder Tamron 70-200mm. Mit dem kleinsten Blendenwert (1,8 bzw. 2,8) erzielt man super Ergebnisse. Bei Landschaften mit unserem Objektiv von Nikon 16-35mm fotografieren wir zwischen einem Wert von 6,3 und 13,0. Die Blende ist eine der wichtigsten Fotografie Grundbegriffe überhaupt. Wenn du die Funktion der Blende verstanden hast, macht das Fotografieren lernen noch mehr Spaß.

Funktionsweise Blende Fotografie Grundlagen Anfänger

Bedenke stets, dass du mit der Veränderung der Blendenzahl den Lichteinfall deiner Kamera regulierst. Damit ändert sich auch die Belichtungszeit. Das bedeutet, dass eine niedrige Blendenzahl, eine große Blendenöffnung hat. Es strömt viel Licht in die Kamera hinein bzw. auf den Kamerasensor. Die Belichtungszeit reduziert sich dadurch. Umgekehrt fließt bei einer hohen Blendenzahl, also einer geschlossenen Blende wenig Licht in die Kamera hinein. Deine Belichtungszeit wird dadurch höher. Gerade als Fotografie Einsteiger kann man damit seine Schwierigkeiten haben.

#4 Und sonst so? ISO!

Du wirst wohl oder übel über den Begriff ISO stolpern. Mit der Erhöhung des ISO-Wertes kannst du dem Sensor deiner Kamera mehr Licht zur Verfügung stellen. Der Standardwert beträgt ISO 100. Durch die Erhöhung dieses Grundwertes wird dem Kamerasensor eine hellere Lichtsituation simuliert. Mit sehr hohen ISO Werten lässt sich beispielsweise die Milchstraße bis ins Detail abbilden.

Da kann selbst das menschliche Auge nicht mehr mithalten. Wir empfehlen dir die Einstellung am Anfang auf Automatik zu belassen. Gegebenenfalls kannst du den Maximalwert begrenzen durch die Funktion der ISO-Automatik. Die Kamera wählt je nach Lichtsituation den passenden ISO-Wert für dich. Die ISO-Automatik eignet sich prima zum Fotografieren lernen, da sie einiges an Arbeit und manuelle Einstellungen erspart.

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Bei modernen Kameras ist ISO 100 der Standard-Wert für Tagesaufnahmen mit ausreichend verfügbaren Licht.

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Es empfiehlt sich die ISO-Automatik zu nutzen. Es wird ein Maximalwert definiert und die Kamera wählt je nach Lichtverhältnissen automatisch die ideale Einstellung aus.

Auch ein Kamerasensor kann nicht künstlich aus einer Nacht einen Tag zaubern und so neigen Kameras häufig dazu ab einem bestimmten hohen ISO-Wert deine Aufnahmen mit Rauschen und bildstörenden Artefakten zu übersäen. Bei unserer Vollformat-Kamera der Nikon D750 wird es ab einem Wert von ISO 3200 störend.  Auf dieser Abbildung haben wir für dich die Funktionsweise des ISO-Wertes unter Berücksichtigung des Rauschverhaltens erklärt:

Funktionsweise ISO Fotografie Grundlagen Einsteiger

Mit einer Mittelklasse Spiegelreflex-Kamera sind bei einem ISO-Wert von 2000 schon Qualitätsunterschiede zu erkennen. Dafür gibt es natürlich auch eine Lösung, die erfährst du unter Lightroom Bildbearbeitung.

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Durch die Erhöhung des ISO-Wertes auf 3.200 werden die leuchtenden Sterne deutlich sichtbar.

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Die Berge haben dagegen keine natürlichen Lichtquellen und bleiben dunkel.

Jetzt kommt dein Part!

Wir hoffen du hast bis hierhin noch nicht aufgegeben und bist jetzt voll motiviert mal ein wenig herum zu probieren. Denn genau diese Aufgabe geben wir dir mit auf den Weg. Mit unseren 4 Fotografie Grundlagen bist du bestens für den Einstieg in die Fotografie gerüstet.

Nimm Dir jeden Tag eine halbe Stunde Zeit und geh raus fotografieren. Glaub uns, du wirst schon nach wenigen Tagen feststellen, dass du dich stetig verbesserst. Schau dir deine Bilder in regelmäßigen Abständen an, dein Fortschritt wird dich begeistern.

Wir wünschen dir viel Erfolg beim Fotografieren lernen. Wir sind uns sicher, dass aus jedem Fotografie Einsteiger ein Profi werden kann! Mehr Fotografie Tricks und Wissen gibt es in unserem Beitrag: 7 Fotografie Tipps für perfekte Fotos.

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3 Kommentare
  1. Mandy
    Mandy sagte:

    Hallo Tom & Ella,
    vielen Dank für den tollen Beitrag und die übersichtlichen Grafiken. Leicht verständlich erklärt, auch für Anfänger. Das hilft mir sehr, da wir uns gerade eine Systemkamera von Olympus gekauft haben. Dankeschön!

    Liebe Grüße
    Mandy

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