Kurztrip in die Hauptstadt

Athen

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Eines vorab: Wir beide sind eher Stadtmuffel und meist froh, wenn wir aus Großstädten schnell wieder raus sind. Auch Athen war eigentlich nur als kurzer Zwischenstopp auf dem Weg nach Singapur gedacht und dementsprechend sind wir ohne große Erwartungen Anfang August von Heraklion nach Athen geflogen. Zu diesem Zeitpunkt ahnten wir noch nicht, dass drei Tage kaum ausreichen, um eine der für uns persönlich schönsten Metropolen Europas ausgiebig zu erkunden.

Unsere 6 Athen Highlights

Gleich nach Ankunft machten wir uns auf den Weg zur nächsten Metrostation. Irgendetwas war jetzt schon anders als in anderen Großstädten. Wo war der Müll? Wir versuchten ernsthaft irgendeine alte Plastikflasche, Zigarettenstummel oder ähnliches ausfindig zu machen. Aber da war nichts, wirklich nichts! Keine Ecke wirkte versifft oder verwahrlost. Ein paar Meter weiter fanden wir darauf auch schon die Antwort. Vor uns stand ein großer Recyclingautomat für Plastikflaschen und Tüten. Je 33 Plastikflaschen spuckte der Automat 1 Euro aus. Vor dem Automaten bildete sich eine Schlange, Leute brachten Säckeweise Plastikmüll an und belagerten die Recyclingmaschine. So ein kluges System sollte es in viel mehr Großstädten geben dachten wir uns.

Auch die Metro-Station machte einen sauberen und gepflegten Eindruck. Wir fuhren einige Stationen und stiegen am Monastiraki Square aus.

Das Tor zum historischen Stadtkern

Wow, war das schön hier! Sofort fielen uns die historischen Gebäude ins Auge, die sich malerisch um den Monastiraki Platz legten. Von einer erhöhten Plattform aus hatten wir einen tollen Ausblick auf das bunte Treiben und die Akropolis im Hintergrund. Der Monastiraki Platz gehört zur historischen Altstadt von Athen und war über die Jahrhunderte das Geschäftszentrum der Hauptstadt. Noch heute findet jeden Sonntag ein Flohmarkt statt. In den Sommermonaten ist der Platz gut besucht und es kann mitunter sehr voll werden. Da hier besonders viele Touristen unterwegs sind, solltest du auf deine Wertsachen achtgeben. Den besten Ausblick auf den Monastiraki Platz hast du übrigens von einer der zahlreichen Rooftop-Bars, wie z.B. von der Terrasse des Hotels „A for Athens“. Hier einfach den Fahrstuhl zum Restaurant hochnehmen und bei einem kühlen Drink das grandiose Panorama über Athen genießen.

Dorfidylle in der Großstadt

Folgst du der Souvenirmeile bis zur Roman Agora kommst du in das älteste Stadtviertel Athens. Die hübschen Gassen von Plaka liegen direkt am Fuße der Akropolis. Pastellfarbene Häuser aus dem 18. Jahrhundert und farbenprächtige Bougainvillea prägen das Bild dieses Viertels. An jeder Ecke fanden wir ein schönes Fotomotiv und waren einmal mehr überrascht von Athen. Auch dieser Bereich des Innenstadtkerns ist weitgehend verkehrsberuhigt und wir sind stundenlang durch Plaka spaziert. Nach dem Stadtbummel laden unzählige Restaurants, Tavernen und Cafés bisweilen mit Blick auf die Akropolis zum Verweilen ein.

Ein versteckter Inseltraum

Eigentlich dachten wir, dass es nach unserem Besuch in Plaka gar nicht mehr schöner werden kann. Kurze Zeit später standen wir jedoch vor dem versteckten Viertel Anafiotika und konnten unseren Augen kaum trauen. Was so aussah wie ein kykladisches Inseldorf, befand sich mitten in einer Millionenmetropole direkt unter der Akropolis. Völlig verträumt reihte sich ein kleines weißgetünchtes Häuschen an das andere und wir fühlten uns in der Tat auf eine griechische Insel versetzt. Im 19. Jahrhundert kamen Handwerker von der Kykladen-Insel Anafi und bauten das Viertel Anafiotika wie ein kleines Inseldorf auf. Das Ergebnis verzaubert auf Anhieb und sollte bei einem Athen Besuch auf keinen Fall fehlen. Besonders um die Mittagszeit werden die schmalen Gassen von der Sonne schön beleuchtet und du kannst in aller Ruhe die Gegend erkunden. Da Anafiotika immer noch ein Geheimtipp ist, tummeln sich hier kaum andere Touristen.

Das Herzstück von Athen

Von Anafiotika aus gelangst du direkt zum Eingang der Akropolis. Wir hatten mal wieder ein absolut schlechtes Timing und waren um die Mittagszeit zum größten Ansturm und brütender Hitze da. Und wir wurden wirklich förmlich überrannt von unzähligen Asiaten und anderen Selfie-wütigen Touristen. Nach einer kurzen Erkundung der Anlage, die weitgehend darin bestand sich mit dem Strom voranzuschieben, machten wir noch ein paar Fotos und begannen dann schnell den Rückzug. Es war uns einfach zu viel Trubel. Wenn du mehr von der Akropolis haben möchtest, dann empfehlen wir dir einen Besuch direkt um 8 Uhr morgens oder im Sommer am späten Nachmittag um 17 Uhr.

Ein Ticket nur für die Akropolis kostet für die Sommersaison aktuell 20 Euro pro Person. Aber auch viele andere historische Stätte wie die Ancient Agora am Fuße der Akropolis sind nicht nur für Geschichtsinteressierte sehr sehenswert. Hier lohnt es sich direkt ein Multi-Ticket (Combo-Ticket) für 30 Euro pro Person zu kaufen. So kannst du innerhalb von fünf Tagen gleich mehrere archäologische Stätte, wie die Roman und Ancient Agora, die Hadrians Bibliothek, den Zeus-Tempel (Olympieion) und den Kerameikos Friedhof anschauen. Und das Beste: Wenn du bereits im Besitz des Multi-Ticket bist, kannst du die lange Schlange vor der Akropolis entspannt überspringen und direkt reingehen.

Das beste Panorama der Stadt

Wenn du nicht so ein Fan von Touristenmassen bist und dennoch die Akropolis in ihrer vollen Schönheit bewundern möchtest, dann empfehlen wir dir einen Ausflug auf den gegenüberliegenden Philopapposhügel. Er liegt südwestlich der Akropolis und ist die höchste Erhebung im südlichen Teil der Hauptstadt. Auf dem Gipfel steht ein Monument, von dem du ein atemberaubendes Panorama auf Athen und die Akropolis genießen kannst. Für uns war dieser Platz viel beeindruckender als das Gelände der Akropolis selbst, zumal hier oben kaum etwas los war.

In Athen gibt es gleich mehrere solcher Hügel, von denen du einen fantastischen Blick hast. Besonders zum Sonnenuntergang beliebt ist der Pnyx Hügel direkt neben der Akropolis. Bei einem kühlen Drink kannst du in angenehmer Entfernung beobachten, wie sich die Massen auf der Akropolis entlang drängen. In der Hauptsaison musst du dir dieses idyllische Plätzchen mit zahlreichen anderen Leuten teilen. Dafür erwartet dich ein magischer Moment, wenn die Abendsonne die ganze Stadt in warmes Licht taucht und am Ende hinter dem Horizont versinkt.

Ein Hauch von Alice im Wunderland

Wenn du jetzt noch in das Athener Nachtleben eintauchen willst, dann führt kein Weg am Stadtteil Psyri vorbei. Zahlreiche Musik-Cafés, Bars und Clubs haben sich in diesem hippen Szeneviertel niedergelassen, welches übrigens auch am Tag absolut sehenswert ist. Vor allem als Graffiti Liebhaber kommst du hier voll auf deine Kosten.

Für alle Alice im Wunderland Fans wartet noch ein weiteres Highlight in Psyri. Vor 2012 wurde die Pittaki Street noch „Athens Toilet“ genannt und Fußgänger mieden die versiffte Gasse um jeden Preis. Bis ein Non-Profit Unternehmen und ein Licht-Design-Studio das Image der Straße komplett umkrempelten. Es wurden verrückte Lampenschirme aus aller Welt installiert, die Wände der Gasse pastellfarben angepinselt und gemütliche Sitzmöbel aufgestellt. Aus dem dreckigen Hinterhof ist ein hippes Wohnzimmer geworden und die Pittaki Street zieht jährlich mittlerweile Tausende von Besucher an.

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Unsere Athen Tipps: Preiswerte Unterkunft

Für drei Nächte bezogen wir ein praktisches kleines Airbnb im Stadtteil Ambelokipi. Matoula war eine sehr liebenswerte Gastgeberin und hat uns bereits vorab einige Athen Tipps mit auf den Weg gegeben. Die Gegend hat nicht wirklich viel Charme, ist aber ein guter Ausgangspunkt um die Innenstadt zu erkunden. In nur 15 Minuten waren wir an der Metro und nach vier Stationen mitten im Geschehen. Das kleine Apartment war sauber und geschmackvoll eingerichtet. Die Klimaanlage hat uns bei fast 35 Grad in der Stadt einen sehr guten Dienst erwiesen. Für die gesamte Wohnung haben wir in der Hauptsaison im August 30 Euro pro Nacht gezahlt.

Unsere Athen Tipps: Coole Bars & Restaurants

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Wir haben den Eingang zu dieser hippen Bar erst gar nicht gefunden. Nachdem du einen unscheinbaren Hinterhof passiert hast, empfängt dich eine grüne Wohlfühloase. Die Atmosphäre im six d.o.g.s. ist einzigartig und gemütlich. Es läuft chillige Musik und du sitzt auf schicken Holzmöbeln und kannst fernab des Verkehrstrubels einen kühlen Freddo-Cappuccino schlürfen. Am Abend ist die Bar durch die zahlreichen Glühbirnen wunderschön beleuchtet und du kannst deinen Tag entspannt ausklingen lassen.

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Maiandros Restaurant

Die Dachterrasse dieser hübschen Taverne bietet einen der besten Blicke auf die Akropolis. Wir sind ca. eine Stunde vor Sonnenuntergang hierhergekommen und haben noch einen freien Platz ergattern können. Es gibt eine große Auswahl an typisch griechischen Speisen und vor allem gegrillte Aubergine mit Feta war sehr zu empfehlen. Trotz der exklusiven Lage war das Preis-Leistungsverhältnis top! Der Besitzer und sein Personal waren sehr freundlich und zuvorkommend. Das Restaurant war eines der wenigen in Athen, in dem wir sogar eine kostenlose Nachspeise bekommen haben.

Espressaki Café

In der Nähe unserer Unterkunft im Stadtteil Ambelokipi haben wir dieses niedliche Vintage-Café gefunden. Im Espressaki fühlten wir uns wie im eigenen Wohnzimmer. Es gab leckeren Cappuccino und einige kleine süße Snacks zur Auswahl. Das Personal war leider etwas kurz angebunden, aber das Ambiente und die Koffeinzufuhr haben das wieder wettgemacht.

Unsere Athen Tipps: Fortbewegung mit Metro & Bus

Das Metronetz von Athen ist im Gegensatz zu anderen Metropolen noch recht überschaubar. Es gibt aktuell nur drei Linien, die vierte befindet sich im Ausbau. Uns fiel die Orientierung dadurch wirklich leicht, zumal jede Linie ihre eigene Farbe hat. Du solltest nur aufpassen, dass du nicht in die falsche Fahrtrichtung einsteigst. Uns ist es passiert, dass wir versehentlich fast einen Ausflug nach Piräus gemacht hätten. 😉 Die Züge fahren aller 3-5 Minuten von 05:30 Uhr bis 00:30 Uhr. Eine einfache Fahrt (90 min) kostet im Stadtgebiet ca. 1,40 Euro. Ein Tagsticket (24 h) kostet ca. 4,50 Euro. Wir haben uns für unseren Aufenthalt ein 5×90 Minuten Ticket für ca. 6,50 Euro pro Person gekauft.

Auch der Flughafen ist an das Metronetz durch die blaue Linie angebunden. Da von unserem Apartment jedoch die Bushaltestelle schneller erreichbar war, sind wir mit dem Bus zum Flughafen gefahren. Dieser liegt 25 km außerhalb von Athen und der Transfer dauert mit der Metro ca. 40 Minuten, mit dem Bus etwa eine Stunde. Das Airport-Ticket unterliegt einem gesonderten Tarif und kostet aktuell 6 Euro mit dem Bus und 8 Euro mit der Metro für eine einfache Fahrt. Tickets müssen vor der Fahrt immer entwertet werden. Detaillierte Informationen zum ÖPNV in Athen findest du unter diesem Link: Athens Transport

Wie hat dir die griechische Hauptstadt gefallen?

Was haben wir verpasst und welche Ecken sollten wir bei unserem nächsten Besuch unbedingt erkunden? Schreib es uns in die Kommentare! 🙂

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